Vortrag "Und ewig lockt die Ferne"

Datum: 
Mittwoch, 17. November 2004

Herr Daniel Osthoff, stellvertretender Vorsitzender der Max-Dauthendey-Gesellschaft und Antiquar in Würzburg, berichtete über Leben, Gedanken, Phantasien des Würzburger Literaten aus seinen Briefen und Werken.

Und ewig lockt die Ferne

Max Dauthendey - ein fränkischer Exot

Max Dauthendey wurde am 25. Juli 1867 in Würzburg geboren. Zeitlebens war er von Fernweh getrieben und reiste, gleichgültig gegenüber Geld, Rang und Amt – ein großer Impressionist -, durch viele Städte und Länder in Europa und Übersee. Seine Dichtungen sind Zeugnisse davon.

In Schweden lernte er 1894 Annie Johann, die Tochter eines Großkaufmanns, kennen, die er zwei Jahre später heiratete. Nach - und trotz - einer kurzen Affäre von Max mit seiner Würzburger Jugendfreundin, der Malerin Gertrud Rostosky, reiste das Ehepaar Dauthendey gemeinsam durch die Weltgeschichte.

Den Südseeinseln galt Max Dauthendeys Sehnen von Jugend auf. Sie waren das Ziel seiner zweiten Weltreise im Frühjahr 1914. Auf der Rückfahrt von Neuguinea gen Java überraschte ihn der erste Weltkrieg: Max konnte Java nicht mehr verlassen. Trotz emsiger Bemühungen vieler Verwandter und Freunde, darunter Bernhard Shaw, ihn zurück nach Europa zu holen, konnte der Heimwehkranke Java nicht verlassen. Am 29. August 1918 starb Max Dauthendey in Malang/Java an Malaria.

Die Stadt Würzburg holte seine sterblichen Überreste 1930 heim in die heimatliche Erde.