Besuch der Ausstellung Botticelli

Datum: 
Samstag, 23. Januar 2010

Von Göttern, absolut Schönen und dicker Luft

Simon-Höchheimer-Gesellschaft besuchte Botticelli-Ausstellung in Frankfurt am Samstag, 23.01.2010

Widrig gestaltete sich die Anreise der Simon-Höchheimer-Mitglieder ins Frankfurter Städel Museum zur Sandro-Botticelli-Ausstellung: Kurz bevor die Kunstinteressierten den Regionalzug bestiegen, hatten Fußballhooligans aus Frankfurt diesen in ein Schlachtfeld verwandelt. 
Davon ließen sich die 25 Ausflugsteilnehmer jedoch nicht von der Vorfreude auf die seit Wochen mit starkem Zuspruch und großem Lob der internationalen Presse bedachten Ausstellung abbringen.
Diese Aufmerksamkeit hat auch seine Schattenseiten. Lange Schlangen drängen sich vor dem Eingang, Wartezeiten bis zu 3 Stunden müssen Besucher ohne Führung in Kauf nehmen. Die Simon-Höchheimer wurden jedoch gleich von ihrer kompetenten und engagierten Führerin empfangen. Allerdings konnte auch aller Einsatz der Mitarbeiter nicht verhindern, dass bei totaler Überfüllung der Ausstellungsräume der Sauerstoff knapp und die Aussicht auf die Bilder mitunter beschränkt wurde.
Dennoch begeisterten die Werke des Florentiner Meisters, der 1445 dort geboren wurde und ebenda 1510 verstarb. Noch heute beeindrucken seine Bilder durch strahlend helle Farben, die die Jahrhunderte tadellos überdauert haben und durch klare, teils religiöse, immer aber auch erotische Motive. 
Das Städel Museum präsentiert mit ca. 80 Werken Botticellis, seiner Werkstatt und Zeitgenossen die erste Ausstellung zu dem großen Meister der italienischen Renaissance im deutschsprachigen Raum, die sich mit einer Auswahl von Bildnissen, mythologischen Allegorien und Marienbildern seinem Schaffen widmet.
Seine Malerei ist zu einem Markenzeichen der italienischen Renaissance geworden, sein monumentales "Weibliches Idealbildnis" (um 1480) steht im Zentrum der Ausstellung. 
Treffend umschreibt Kurator Dr. Schumacher die Quintessenz der Ausstellung: „Die ideale Schönheit seiner mythologischen Gestalten und die elegante Anmut seiner Madonnenfiguren machen Botticellis Schöpfungen zum Inbegriff der Florentiner Kunst im Zeitalter der Medici-Herrschaft unter Lorenzo dem Prächtigen. Der viel gepriesene Zauber seiner Bildsprache liegt dabei nicht vorrangig in der meisterhaften Umsetzung von Renaissance-Idealen, sondern in der einzigartigen Ausdruckskraft seiner Figurenschöpfungen begründet, die ihre klassisch graziöse Schönheit feierlich und vielfach mit melancholischer Note in Szene setzen.“
Erschöpft und angefüllt mit vielfältigen Eindrücken machten sich die Teilnehmer des ersten Ausflugs der SHG in 2010 auf den Heimweg – diesmal aber in einem sauberen Zug und nicht ohne sich vorher noch bei einem Äppelwoi über die Ausstellung ausgetauscht zu haben.