Simon
Höchheimer
ein
jüdischer Aufklärer aus Veitshöchheim
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Simon
Höchheimer wurde 1744 in Veitshöchheim geboren, wo seit 1644 eine
orthodoxe jüdische Landgemeinde und seit 1730 eine Synagoge bestand.
Nach dem Besuch der jüdischen Elementarschule eignete er sich
autodidaktisch mathematische, ökonomische und geografische Kenntnisse
an. Dreißigjährig ging er nach Berlin, schlug sich als Hauslehrer
durch und fand Zugang zu den Intellektuellenzirkeln um den Philosophen
Moses Mendelssohn. Ausgerüstet mit einem Empfehlungsschreiben
Mendelssohns hoffte er auf eine Anstellung bei dem als aufgeklärt
geltenden Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal in Würzburg. Doch seine
Vorschläge zur Verbesserung der sozialen Lage der Juden stießen auf
taube Ohren, trotz der Befürwortung durch Franz Oberthür, Professor
für Dogmatik an der Würzburger Universität.
Nach
Jahren der Wanderschaft durch Franken und Bayern und
einem erneuten
Aufenthalt in Berlin begann er an der Universität Mainz ein
Medizinstudium und erwarb schließlich als erster Jude der Freiburger
Universität 1791 den Doktor der Medizin. |
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Er
veröffentlichte medizinische und pädagogische Schriften sowie Gedanken
zur Emanzipation der Juden: Mit dem Drama Der Spiegel für Israeliten
von 1816/17 reagierte er auf den damaligen Bühnenhit "Unser
Verkehr", eine Posse voller antijüdischer Klischees.
Nach
Jahren erfolgreicher beruflicher Tätigkeit in Freiburg, später in
fürstlichen Diensten in Wien und Mähren zog es Höchheimer erneut nach
Würzburg. Eine sicher geglaubte Berufung zum offiziellen Totenbeschauer
wurde ihm jedoch entzogen. In Fürth fand er schließlich eine
Anstellung als Armenarzt. Bis zu seinem Tod am 26. Mai 1828 kämpfte
Simon
Höchheimer für die Gleichstellung der Juden mit den christlichen
Bürgern.
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Literatur:
Och Gunnar/ Renda Gerhard: Simon Höchheimer (1744-1829), Arzt und Schriftsteller. In:
Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Lebensläufe
(Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur Nr. 18).
München 1989, S. 43-47
Och Gunnar: Simon Höchheimer - ein jüdischer Aufklärer aus Franken.
In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1988. Nürnberg 1989, S.
69-78
Renda Gerhard: "Freilich bin ich ein Jude: ich fühle dieß schwere
Hinderniß." - Nachforschungen über Simon Höchheimer. In:
Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1988. Nürnberg 1989, S. 59-68
Simon-Höchheimer-Gesellschaft (Hrsg.): Leben und Wirken des Simon
Höchheimer. Festschrift zum zehnjährigen Geburtstag der
Simon-Höchheimer-Gesellschaft. Veitshöchheim 2005
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