AKTUELL

Mitgliederversammlung

Am Donnerstag, den 31. März fand im Sitzungssaal der Gemeinde Veitshöchheim unsere jährliche Mitgliederversammlung statt.

Der neu gewählte Vorstand der Simon-Höchheimer-Gesellschaft Veitshöchheim:
(von links) Kassier Dieter Scheckeler, Marianne Beinhofer, Vorsitzender Rudolf Gabler,
Rudolf Simmelbauer und Marc Zenner.

Gewürdigt: Dank an Irma Wehgartner für viele Jahre des Engagements bei der
Simon-Höchheimer-Gesellschaft.


Main-Post vom 14. April 2011

Veitshöchheimer Kulturverein zeigt großes Engagement
Simon-Höchheimer-Gesellschaft widmet sich der Aufwertung des Jüdischen Kulturmuseums – Würdigung und Neuwahl


Nicht nur der Pflege und Förderung der Veitshöchheimer Synagoge hat sich die Simon-Höchheimer-Gesellschaft Veitshöchheim (SHGV) verschrieben. Wie das Programm der vergangenen beiden Jahre offenbarte, das Vorsitzender Rudolf Gabler in der Hauptversammlung in Erinnerung rief, ist der örtliche Kulturverein längst ein fester Bestandteil in der Kulturlandschaft des Landkreises geworden.

Anteil an der erfreulichen Entwicklung der Vergangenheit hatte nach Gablers Worten vor allem Irma Wehgartner, die sich heuer aber nicht mehr zur Wahl stellte, da sie ihren Lebensmittelpunkt wieder Richtung Heimat verlegen wird. Irma Wehgartner gehörte seit dem Jahr 2002 dem Vorstand an und bekleidete seit 2007 das Amt der Zweiten Vorsitzenden. Gabler dankte ihr für das große Engagement und überreichte ihr als Anerkennung Karten für die internationalen Filmtage und einen Blumenstrauß.

Bürgermeister Rainer Kinzkofer dankte ebenfalls der gesamten Vorstandschaft für die geleistete Arbeit zum Wohle der Bevölkerung und leitete anschließend die Neuwahlen. Wiedergewählt wurde Rudolf Gabler als Vorsitzender. Zweiter Vorsitzender ist nun Rudolf Simmelbauer und dritter Vorsitzender Marc Zenner. Die Finanzen betreut weiterhin Dieter Scheckeler, Schriftführerin ist Marianne Beinhofer. Unterstützt und erweitert wird die Vorstandschaft weiterhin durch Birgit Wildmeister und Bettina Baier.

Die Vorstandschaft hat sich zum Ziel gesetzt, „das bewährte Programm weiter zu führen“. Ein besonderes Anliegen ist in diesem Zeitraum aber auch die Aufwertung des Museums in der Synagoge.


 

 

 

Dem Namensgeber auf der Spur
Prof. Dr. Werner Wilhelm Schnabel referierte über Simon Höchheimer

Ein großer interessierter Kreis von Bürgerinnen und Bürgern fand sich zum 1. Vortrag der Simon-Höchheimer-Gesellschaft Veitshöchheim im Jahr 2011 ein. Prof. Dr. Werner Wilhelm Schnabel, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft am Department Germanistik und Komparatistik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erläuterte auf Einladung des Kulturvereins im Sitzungssaal des Veitshöchheimer Rathauses Einstellung und Wirken des Vereinsnamensgebers, des jüdischen Veitshöchheimer Arztes Simon Höchheimer.
Im Mittelpunkt stand hierbei seine letzte Schrift „Skizzen meines frühern Lebens ...". Dieses Werk ist entgegen seinem Titel ein Stammbuch, das Höchheimer in einem Alter von 80 Jahren in einer Zeit veröffentlichte, als die Herausgabe derartiger Alben schon ziemlich unzeitgemäß war. Geprägt war dieses literarische Werk von der Intention Höchheimers seine Stellung und sein Lebenswerk in der jüdischen Gemeinde Fürths als unermüdlicher Verfechter der Aufklärung zu festigen. Aus der Sicht Höchheimers ein durchaus legitimes Unterfangen, das jedoch laut Prof. Schnabel durch die Heraushebung und bevorzugte Behandlung der Einträge christlicher Amtsträger und Ordensgeistlicher innerhalb der orthodoxen jüdischen Gemeinde, auf deren Unterstützung Höchheimer in seinen letzten Lebensjahren angewiesen war, kein besonderes Verständnis hervorrief.
Prof. Schnabel stellte zudem heraus, dass bis heute trotz des umfangreichen Werks Höchheimers in seinem Stammbuch einige bibliographische Lücken vorherrschen, etwa über seine belegte Zeit in Böhmen, Mähren und Wien. Gerade auch in seinem letzten Werk kommt laut Prof. Schnabel das durchaus gesunde Selbstwertgefühl, ja gar die Eitelkeit, des Mediziners zum Ausdruck, die angesichts der Lebensumstände aber nicht überbewertet werden sollte, da ein gewisses Maß an „zur Schau gestellter Wichtigkeit" einem Juden zur damaligen Zeit das Überleben sicherte. Der Vorsitzende der Simon-Höchheimer-Gesellschaft, Rudolf Gabler, dankte dem Referenten für die neuen Einblicke in Leben und Wirken des Namensgebers und verabschiedete Prof. Dr. Schnabel mit Sonnenstrahlen in fränkischer Flaschenform - allerdings erst nach einer ausgiebiger Diskussion.


Poetischer Rundgang durch das Mainfränkische Museum Würzburg am 12.03.2011


Am Samstag, den 12. März nahm uns Frau Cornelia Boese mit zu einem „poetischen Rundgang durch das Mainfränkische Museum Würzburg“. Die 25 Teilnehmer (Mitglieder und Gäste der Simon-Höchheimer-Gesellschaft) bezauberte sie durch ebenso kenntnisreiche wie poetische Texte bei ausgewählten Exponaten. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Marion Seib brachte es auf den Punkt: „Man hat fast alles schon einmal gesehen. In der Führung von Frau Böse jedoch erblickt man Schönheiten und Details, die einem sicherlich vorher nicht geläufig waren.“
Die Veranstaltung war ein geglückter Auftakt für das Programm der Simon-Höchheimer-Gesellschaft im Jahre 2011.