Veranstaltungen 2010

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„2000 Jahre antikes Glas“

Sonntag, den 19. Dezember 2010

Führung: Dr. Irma Wehgartner

Eintritt und Führung frei

Die Simon-Höchheimer-Gesellschaft Veitshöchheim hatte zu einer Führung durch die Sonderausstellung „2000 Jahre antikes Glas“ im Martin-von-Wagner Museum eingeladen. Das Museum besitzt eine beachtliche Sammlung antiker Glasobjekte und – gefäße, die nahezu unbekannt ist und jetzt erstmals in einer Sonderausstellung präsentiert wurden.
Die Sammlung enthält u.a. altägyptische Amulette und Ohrringe, mykenische und phönikische Perlen, griechische und römische Parfüm- und Ölfläschchen, hellenistische Spielsteine, römisches Tafel- und Trinkgeschirr, Lampen und buntes Mosaikglas. Die Ausstellung vermittelte die verschiedenen Techniken der Produktion und der Verzierung von Glas und ließ 2000 Jahre antike Glasherstellung und Glaskunst lebendig werden.


 


Besuch der Neumünsterkirche

Am Samstag, den 23. Oktober 2010 vormittags um 09:00 hatte die Simon-Höchheimer-Gesellschaft zu einer Führung durch die glanzvoll renovierte Neumünsterkirche eingeladen. Der etwas ungewöhnliche Zeitpunkt sollte es ermöglichen, ein wichtiges Kunstwerk dieser Kirche, nämlich das „apokalyptische Weib“ besonders hervorzuheben.

 

 



SPIHL, KLEZMER, SPIHL!

13. Veitshöchheimer Sommerkonzert mit HOT&COOL

Am Freitag, 9. Juli 2010, fand um 20 Uhr das traditionelle Sommerkonzert der Simon-Höchheimer-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Verband ehemaliger Veitshöchheimer e.V. im Simon-Englerth-Saal der Landesgartenanstalt statt.

HOT&COOL sorgten für den richtigen Takt. Die 4 Musiker haben sich in erster Linie der Klezmer– und der Tangomusik verschrieben. Beide Musikstile, obwohl auf den ersten Blick grundverschieden, verbindet eine enorme emotionale Bandbreite. Von tieftraurig bis freudig erregt, von wild tänzerisch bis verträumt entspannt – die verschiedenen Gemütslagen eines menschlichen Lebens spiegeln sich in dieser Musik wieder. Neben traditioneller Musik erklangen Musikstücke namhafter Komponisten, wie Carlos Gardell, Astor Piazzolla u.a.
Das Ensemble „HOT&COOL“ wurde im Jahr 1999 gegründet. Bereits im ersten Jahr wurde das Ensemble zum Klezmerfestival nach Zfat/Israel eingeladen. Weitere Festivals folgten: Klassik am Meer/Wilhelmshaven, Hammer Musiksommer, Innenhoffestival Freiburg, Artbreit/Marktbreit, Schillingsfürster Musiksommer...Im Lauf der nächsten Jahre wurden 2 CDs eingespielt, die auch mehrmals im Rundfunk zu hören waren (Radio Schweiz, Radio Bremen,NDR 2).
Die Musiker/innen sind: Claudia v.d.Goltz (Gesang), studierte Schulmusik und Gesang in Würzburg. Rainer Schwander (Sopransaxophon, Hackbrett) ist freiberuflicher Musiker, gefragter Studiomusiker und Bandmitglied des Berliner Liedermachers Gerhard Schöne. Uwe Schachner (Violoncello) studierte bei Xenia Jancovic und Julius Berger, ist Lehrer an der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen. Bernhard v.d.Goltz (Gitarre und Arrangements) Studium der klassischen Gitarre in Würzburg, ihn verbindet eine über 30-jährige Zusammenarbeit mit dem Saxophonisten Rainer Schwander.

 

 



Thema:


Je älter die Menschen werden, desto mehr wird über die Probleme nachgedacht, die das unserer Gesellschaft bereitet. Bereits Cicero stellt in seiner Schrift „Cato der Ältere über das Alter“ fest, dass auch der ältere Mensch sich noch durch alle Vorzüge eines reifen Mannes auszeichnen kann, nämlich durch Würde, gewichtigen Ernst und respekteinflößendes Ansehen. Um diesen Zustand zu erreichen oder zu erhalten schlägt er verschiedene Aktivitäten vor, so zum Beispiel das Engagement für das Gemeinwohl in Ehrenamt und Bürgergesellschaft als Ausgleich für den Verlust von Macht und Einfluss nach dem Ende der beruflichen Tätigkeit. Bereits vor 2000 Jahren benennt er die Hauptaufgaben des Älteren mit dem, was wir heute mit einem dreifachen L zusammenfassen:

• Laufen
• Lernen
• Lieben

Und heute?
Übersteigerter Jugendkult trifft auf das durchaus gewachsene Selbstwertgefühl der so genannten „Baby-Boomer“, die zwischen 1946 und 1964 geboren wurden. Diese Altersgruppe ist die reichste Generation, die wir in Deutschland je hatten. Nur 17 Prozent der über 50-jährigen fühlen sich so alt, wie sie sind. Die Hälfte von ihnen macht sich lieber ein schönes Leben, statt ihr ganzes Geld für ihren Nachwuchs zu sparen, und im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung treiben sie am meisten Sport.
Wo bleibt da die Würde des Alters? Nach Meinung vieler Deutschen bleibt es jenen vorbehalten, in Würde und Ruhe zu altern, die wirklich als „alt“ gelten - alle jenseits 75. Und das Modell des Berufsjugendlichen, wie es ein Dieter Bohlen kultiviert, wird es in Zukunft weiter geben.



Dipl.-Psychologin Luitgard Jany

ist seit über 30 Jahren in den Bereichen Gesundheitspsychologie, Krisenintervention und Kurzzeitpsychotherapie tätig.
Sie sammelte Erfahrungen in der Therapie und Beratung von Krebspatienten zunächst in San Francisco und führte entsprechende Programme nach Adaption an deutsche Verhältnisse seit 18 Jahren in Würzburg fort. Seit 12 Jahren verlegte sie den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit zunehmend auf Supervision und Coaching z.B. im Hospizverein Würzburg und überregional für Ärzte und Pflegekräfte.
In ihrer psychologischen Privatpraxis befasst sie sich mit der Krisenintervention, aber auch Problemen der Unternehmensnachfolge bei mittelständischen Unternehmen.

Im Jahr 2009 erschien das Buch „Hallo Ruhestand“, das sie zusammen mit Peter Collier, dem früheren Geschäftsführer des unterfränkischen Einzelhandelsverbandes und ihrem Ehemann Prof. Dr. med. Bertold Jany, Chefarzt für Innere Medizin verfasst hat. Darin behandeln die Autoren eine Fülle von Aspekten des Vortragsthemas mit lockerer Feder, ohne jedoch in Plattheiten oder Gemeinplätze zu verfallen!




Exkursion der Simon-Höchheimer-Gesellschaft nach Worms

Bei leichtem Morgennebel, der gutes Ausflugswetter verhieß, brachen am Samstag, den 08.05.10 37 Mitglieder und Gäste der Simon-Höchheimer-Gesellschaft zu einer Exkursion nach Worms auf. Die Stadt Worms, eine der ältesten Städte Deutschlands, bewahrt Zeugnisse ihrer Kultur trotz mehrfacher nahezu totaler Zerstörungen von den Zeiten der Römer über die Völkerwanderungszeit (Nibelungen) und die Zeit der Salier (Kaiserdom) bis hin zum Anbruch der Moderne (Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms). Über fast ein Jahrtausend hinweg war Worms aber auch Heimat einer blühenden jüdischen Gemeinde, bis der Terror der NS-Herrschaft dem christlich-jüdischen Zusammenleben ein schreckliches Ende setzte.
Für den Vormittag hatten wir uns das „jüdische Worms“ zum Ziel gesetzt. Zwei Gästeführer der Stadt Worms übernahmen es, uns über die wichtigsten Zeugnisse jüdischer Kultur und Lebensart zu informieren, Frau Karin Kissel und der ev. Pfarrer i.R. Karl Maar. Beide beeindruckten durch profundes Wissen über die örtlichen Gegebenheiten, aber auch die zeitgeschichtlichen und religiösen Zusammenhänge und vermieden es dabei konsequent, irgendwelchen lokalpatriotischen Verfälschungen nachzugeben. In zwei Gruppen besuchten wir die Judengasse, die Synagoge und das Museum im Raschi-Haus mit eindrucksvollen Darstellungen jüdischen Lebens im 18. Und 19. Jahrhundert. Nach einem kurzen Fußweg entlang der mittelalterlichen Stadtbefestigung erreichten wir endlich den Friedhof „Heiliger Sand“, den ältesten erhaltenen jüdischen Friedhof in Europa mit über 2000 Gräbern, deren ältestes auf das Jahr 1076 datiert werden kann.
Nach dieser intensiven, aber hochinteressanten Begegnung mit dem „jüdischen Worms“ hatten wir eine erholsame Pause im „Hagenbräu“ am Rheinufer verdient, gleich neben dem Denkmal von 1905, einer Darstellung des „grimmen Recken Hagen“, wie dieser den Schatz der Nibelungen in den Rhein schleudert.
Danach wandten wir uns wiederum unter der Führung von Frau Kissel und Herrn Maar dem Dom „St. Peter“ zu, dem Kleinsten unter den drei Kaiserdomen der Salier Mainz, Speyer und Worms. Auch hier beeindruckten die fachkundigen Erläuterungen unserer Gästeführer, zudem durften wir Zeuge eines kleinen Orgelkonzerts werden, bei dem der Klang der Orgel des Doms einer anderen Gruppe mit Bachs Toccata & Fuge d-Moll BWV 565 und einigen weiteren Stücken demonstriert wurde – ein schöner Ausklang eines herrlichen Besichtigungsprogrammes.
Seit der Mittagszeit war der Nebel verschwunden und so traten wir bei herrlichem Sonnenschein die Rückfahrt an. Frau Dr. Wehgartner vertiefte während der Fahrt den Aspekt des „Worms der Nibelungen“ noch dadurch, dass sie den Streit der Königinnen aus dem Nibelungenlied, der ja auf den Stufen des Wormser Domes stattfand, in neuhochdeutscher Nachdichtung vortrug.
Mit der Ankunft an der Mainlände endete dann ein zwar anstrengender, aber hochinteressanter Ausflug, der von allen Teilnehmern mit der Zusicherung beendet wurde, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein!


Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf zieht vollbesetzten Sitzungssaal bei der Simon Höchheimer Gesellschaft in seinen Bann

Kein einziger Stuhl war im Sitzungssaal der Gemeinde Veitshöchheim mehr verfügbar, der Raum brechend voll. Auf Einladung der Simon-Höchheimer-Gesellschaft Veitshöchheim traf Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf, u.a. Ordinarius für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtstheorie an der Universität Würzburg, den Nerv der Zuhörer.
Keine geringere als die rechts- und gesellschaftsphilosophische Frage nach dem Sinn und Zweck, aber auch dem Unsinn von Strafe sorgte nach dem unterhaltssamen und informativen Vortrag für Diskussionsstoff. Hilgendorf bezog Stellung zu den Vorwürfen von sexuellem Mißbrauch von Schutzbefohlenen. Seiner Ansicht nach herrscht momentan eine Hexenjagd mit enormer Vorverurteilung und daraus kaum abschätzbaren Konsequenzen. In vielen Fällen, die jetzt als Missbrauch gemeldet werden, ist gar nicht klar, ob es sich tatsächlich um Mißbrauch im Rechtssinne handele. Dennoch kritisierte er den Umgang der katholischen Kirche mit den Vorfällen, insbesondere der offenkundig schlechten Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden, die sich der Fälle annehmen sollten.
Sodann wurden einige grundlegenden kriminologischen Begriffe und Zusammenhänge sowie die Statistik erläutert. Sein Fazit: Deutschland und gerade der ländliche Raum in Bayern ist so ziemlich der sicherste Fleck auf Erden. Der Großteil der Kriminalität ist Bagatellkriminalität, die Aufklärungsquote mit über 50 % sehr gut, Kapitalverbrechen werden fast vollständig aufgeklärt. Dennoch haben weite Teile der Bevölkerung, je nach Bevölkerungsgruppe mehr oder weniger, permanent Angst, Opfer eines Verbrechens zu werden. Außerdem ist nach Hilgendorf der klassische Verbrecher männlich und zwischen 18 und 25 Jahren alt.
Herrschte zunächst frühgeschichtlich der Aspekt der Vergeltung und Rache vor, niedergelegt im biblischen Talionsprinzip, so entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte bis hin zur fortschreitenden Aufklärung eine differenzierte Betrachtung von Tat, Täter und seiner Beziehung zu Opfer und Gesellschaft. Strafe für ein sanktionswürdiges Verhalten sollte generalpräventiv wirken, also die Gesellschaft insgesamt durch die Bestrafung des einzelnen abschrecken. Im Gegensatz hierzu dient die spezialpräventive Theorie der Strafe dazu, den Täter durch die Strafe selbst von einer erneuten Straffälligkeit abzuhalten. All diese Theorien hatten in der Geschichte ihre Zeit und werden heute, insbesondere nach den 1970er Jahren in Deutschland, gemischt und mit dem Fokus auf den Täter verstanden. Die Strafe muss der Schuld angemessen, der Täter muss jedoch möglichst die Chance einer Resozialisierung haben. Deshalb, so Hilgendorf, müsse man den Sinn einer Strafe für ein Verbrechen immer am Einzelfall und vor allem pragmatisch beurteilen.
Im Rahmen der regen Diskussion wurde durchaus kritisch hinterfragt, ob beispielsweise Steuersünder eine Amnestie erwarten dürfen, ob nicht auch Prangerstrafen und Fahrerlaubnisentzug angebracht wären oder ob im Falle von sexuellem Mißbrauch die Verjährungsfristen geändert werden müssten.
Ein gelungener Vortragsabend der Simon Höchheimer Gesellschaft Veitshöchheim endete spät. Der Vorsitzende Rudolf Gabler bedankte sich recht herzlich beim Referenten und entließ den Veitshöchheimer Bürger mit einem Veitshöchheimer Sonnenschein nach Hause.

 


Von Göttern, absolut Schönen und dicker Luft


Simon-Höchheimer-Gesellschaft besuchte Botticelli-Ausstellung in Frankfurt am Samstag, 23.01.2010

Widrig gestaltete sich die Anreise der Simon-Höchheimer-Mitglieder ins Frankfurter Städel Museum zur Sandro-Botticelli-Ausstellung: Kurz bevor die Kunstinteressierten den Regionalzug bestiegen, hatten Fußballhooligans aus Frankfurt diesen in ein Schlachtfeld verwandelt.
Davon ließen sich die 25 Ausflugsteilnehmer jedoch nicht von der Vorfreude auf die seit Wochen mit starkem Zuspruch und großem Lob der internationalen Presse bedachten Ausstellung abbringen.
Diese Aufmerksamkeit hat auch seine Schattenseiten. Lange Schlangen drängen sich vor dem Eingang, Wartezeiten bis zu 3 Stunden müssen Besucher ohne Führung in Kauf nehmen. Die Simon-Höchheimer wurden jedoch gleich von ihrer kompetenten und engagierten Führerin empfangen. Allerdings konnte auch aller Einsatz der Mitarbeiter nicht verhindern, dass bei totaler Überfüllung der Ausstellungsräume der Sauerstoff knapp und die Aussicht auf die Bilder mitunter beschränkt wurde.
Dennoch begeisterten die Werke des Florentiner Meisters, der 1445 dort geboren wurde und ebenda 1510 verstarb. Noch heute beeindrucken seine Bilder durch strahlend helle Farben, die die Jahrhunderte tadellos überdauert haben und durch klare, teils religiöse, immer aber auch erotische Motive.
Das Städel Museum präsentiert mit ca. 80 Werken Botticellis, seiner Werkstatt und Zeitgenossen die erste Ausstellung zu dem großen Meister der italienischen Renaissance im deutschsprachigen Raum, die sich mit einer Auswahl von Bildnissen, mythologischen Allegorien und Marienbildern seinem Schaffen widmet.
Seine Malerei ist zu einem Markenzeichen der italienischen Renaissance geworden, sein monumentales "Weibliches Idealbildnis" (um 1480) steht im Zentrum der Ausstellung.
Treffend umschreibt Kurator Dr. Schumacher die Quintessenz der Ausstellung: „Die ideale Schönheit seiner mythologischen Gestalten und die elegante Anmut seiner Madonnenfiguren machen Botticellis Schöpfungen zum Inbegriff der Florentiner Kunst im Zeitalter der Medici-Herrschaft unter Lorenzo dem Prächtigen. Der viel gepriesene Zauber seiner Bildsprache liegt dabei nicht vorrangig in der meisterhaften Umsetzung von Renaissance-Idealen, sondern in der einzigartigen Ausdruckskraft seiner Figurenschöpfungen begründet, die ihre klassisch graziöse Schönheit feierlich und vielfach mit melancholischer Note in Szene setzen.“
Erschöpft und angefüllt mit vielfältigen Eindrücken machten sich die Teilnehmer des ersten Ausflugs der SHG in 2010 auf den Heimweg – diesmal aber in einem sauberen Zug und nicht ohne sich vorher noch bei einem Äppelwoi über die Ausstellung ausgetauscht zu haben.