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Frau
Anni Jost und die Exkursionsteilnehmer vor dem jüdischen
Friedhof in Altengronau
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Altbürgermeister
Roland Metz und die Exkursionsteilnehmer in der
Goldgasse in Arnstein
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Brot
für die Welt
Dr.
Ursula Rdest hielt einen Vortrag bei der SHG über den Hunger
in der Welt, die Chancen der Biologie und das Schreckgespenst
Gentechnik
Ein existenzielles Thema bewegte diesmal die zahlreichen Zuhörer
im Veitshöchheimer Sitzungssaal: Frau Dr. Ursula Rdest,
Akademische Direktorin am Lehrstuhl für Mikrobiologie der
Universität Würzburg, hatte sich nicht weniger vorgenommen,
als anhand von Beispielen die Ursachen von Hunger und Überernährung
in der Welt aufzuzeigen und gleichwohl Wege der Biologie zur
Bekämpfung dieser Fehlentwicklungen darzustellen.
Die überraschende Analyse von Dr. Rdest gipfelte im der
scheinbar paradoxen Feststellung, dass eigentlich weltweit genügend
Lebensmittel vorhanden sind. Unabhängig von den wirtschaftlichen
Ungleichgewichten, die zu einer mangelhaften Verteilung dieser
Lebensmittel weltweit führt ist das aus biologischer Sicht
eigentliche Problem ein anderes. In den „Hungerregionen"
sind die Ernteverluste viel zu groß und betragen teilweise
50 % einer Jahresernte.
Dies müsse auch der Ansatzpunkt der Biologie sein. Durch
den Einsatz einer Vielzahl von Arten, genauestens auf Klima
und die Umweltverhältnisse abgestimmt, könne der Ertrag
maximiert und auf den „Hungermärkten" selbstproduzierte
Lebensmittel der Kleinbauern angeboten werden. All diese Arten
existierten bereits, zum Teil seit tausenden von Jahren, so
wie der von den Maya kultivierte Mais. Allerdings würden
gerade in der westlichen Welt durch die Monokulturen nur noch
einzelne Arten verwendet, die entsprechenden Ertrag nur mit
Düngung und Pflanzenschutz erreichen - für Afrika
oder Südostasien ist dies nicht finanzierbar und nicht
zu erwirtschaften.
Ein weiteres Problem ist ein Bildungsproblem. Gerade in den
beiden genannten Regionen sei das Wissen um fortschrittliche
Ackerbaumethoden gering bis gar nicht ausgeprägt. Zudem
stehe die Kultur oft Neuerungen im Weg. Ein Beispiel ist der
Goldreis, eine speziell für Kleinbauern optimierte und
gezüchtete Reissorte, dessen einziger „Makel" ist,
dass sie gelbe statt weißer Reiskörner hervorbringt.
Und deshalb wird sie von den Bauern nicht akzeptiert.
Frau Dr. Rdest erläuterte anschließend genauestens
die Vorgehensweise bei der gentechnischen Veränderung von
Pflanzen und forderte wenigstens eine Versachlichung der weltweiten
Diskussion zu diesem Thema. Nach einer regen Diskussion, insbesondere
zur Frage der Gentechnik, bedankte sich der Vorsitzende der
Simon-Höchheimer-Gesellschaft, Rudolf Gabler, und entließ
die Zuhörer, die mit neuen Gedanken und sicherlich auch
neuen Argumenten zum Thema ausgerüstet waren.
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Die Bücherei
im Bahnhof veranstaltet zusammen mit der Simon-Höchheimer-Gesellschaft
einen Leseabend
am 02. September 2009 um 20 Uhr
"Täubele,
mein geliebtes Täubele.
Jüdische Geschichten"
von Schraga Har-Gil

Schraga Har-Gil wurde 1926 in Würzburg als Paul Philipp Freudenberger
geboren. 1935 flohen seine Eltern mit ihm
und seinem Bruder nach Palästina. Der Vater wurde als Jude und Sozialdemokrat
von der Gestapo gesucht und sollte
ins KZ Dachau gebracht werden, wurde aber rechtzeitig von einem Freund,
dem Polizeikommandanten
von Würzburg, gewarnt.
2004 erschien
sein Buch „Alte Liebe rostet nie“ über seine Würzburger Kindheit
zu Beginn der Nazi-Ära, 2006
„Der schöne Busen der Nachbarin – Geschichten aus Israel“ im Verlag
Königshausen & Neumann.
Heute lebt er mit seiner Frau Ulla Gessner in Tel Aviv und Würzburg.
Er liest zusammen mit seiner Frau in deutscher Sprache.
Eintritt:
5 €, Karten an der Abendkasse

Simon-Höchheimer-Gesellschaft lädt ein am Samstag, den 23. Mai
um 15:45 Uhr zur Besichtigung der Bayerischen Landesausstellung
Die Simon-Höchheimer-Gesellschaft
hat für ihre Mitglieder und Freunde eine Führung durch die Bayerische
Landesausstellung
„Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“ in der Residenz organisiert.
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Mittwoch,
29. April 2009, 20 Uhr
Sitzungssaal
des Veitshöchheimer Rathauses · Eintritt frei!
Vortrag
von Prof. Dr. Norbert Richard Wolf
Was
kann, soll und darf Mundartdichtung ? |
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Dialekt, wissenschaftlich betrachtet Gelungener
Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Norbert Richard Wolf bei der
Simon-Höchheimer-Gesellschaft Veitshöchheim am 29.04.09
Wieder einmal gesellten
sich zahlreiche Mitglieder und Gäste in den Sitzungssaal der
Gemeinde Veitshöchheim zu einem ganz besonderen Vortrag. Prof.
Dr. Dr. h.c. mult. Norbert Richard Wolf, emeritierter Professor
der Universität Würzburg und Projektleiter des „Unterfränkischen
Dialekt Instituts“, unterhielt die aufmerksamen Zuhörer mit
der Frage „Was kann, soll und darf Mundartdichtung?“
Als gebürtiger Salzburger
wollte der Referent die 60 Zuhörer nicht mit seiner Interpretation
fränkischer Gedichte, nach eigenem Bekunden „malträtieren“
und deshalb trug seine wissenschaftliche Mitarbeiterin, Dr. Monika
Fritz-Scheuplein, als original fränkisch sprechende Rhönerin,
die entsprechenden Werke vor.
Als Einstieg in das Thema
analysierte Wolf einige Zeilen aus einem Gedicht des früheren
Kirchlauterer Bürgermeisters Peter Kirchner, in denen dieser
die Schönheit seiner Heimat rühmt und dabei finden sich
so urfränkische Wörter wie „Augnweid, a hamisch Gfühl
oder Haimätstolz“. Allein diese Beispiele zeigen, so Wolf,
dass es sich hierbei vielfach nicht um Dialekt, sondern um hochsprachlich
gedachten, jedoch mühsam in mundartlicher Form gefassten Kitsch
handelt.
Dies wäre nicht
weiter beachtlich, erwüchse nicht aus dieser Art Dichtung ein
politisches Problem: Der Dialekt - in Form der schriftlich fixierten
Mundartdichtung - kann aber auch durchaus gefährlich sein,
denn er vermittelt Nähe, Heimat und Vertrautheit. Gerade politische
Botschaften lassen sich so „verpackt“ wirkungsvoll verbreiten. Selten
handelt es sich dann jedoch um wirkliche Mundart, sondern um Kunstsprache
als Mundart getarnt.
Kritisch beäugte
Wolf in diesem Zusammenhang die Rezeption des fränkischen Heimatdichters
Nikolaus Fey, nach dem auch in Veitshöchheim eine Straße
benannt ist. Diesen empfindet er nicht als Vorbild, nutzte er doch
während des Nationalsozialismus, entgegen landläufiger
Meinung, durchaus seine Mundartdichtung zu unverhohlener “Blut-
und Boden“- Propaganda. Zwar habe Fey durchaus ein beachtenswertes
Werk hinterlassen und viele Menschen begeistert – doch tauge er
nach Ansicht Wolfs, ohne ihn billig verurteilen zu wollen, nicht
als Namensträger von Schulen oder Straßen.
Als bedenkenswertes Resümee
gab Wolf ein Zitat den Zuhörern folgendes auf den Weg: „Dialektdichtung
als verfremdete hochsprachliche Dichtung (kann) geradezu gefährlich
werden…. In gewissem Sinn halte ich jede volkstümliche Dichtung
für gefährlich. Schon Bert Brecht hat das gewusst:
Da das Instrument verstimmt
ist
Sind die alten Notenbücher wertlos
Und so braucht ihr einige neue Griffe
(…)
Wenn wir vor den Unteren bestehen wollen
Dürfen wir nicht volkstümlich schreiben
Das Volk
Ist nicht tümlich.“
Im Anschluss an die Diskussion überreichte der Vorsitzende
der Simon-Höchheimer-Gesellschaft, Rudolf Gabler, dem Referenten
noch Veitshöchheimer Sonnenschein, eingefangen im Bocksbeutel
zum Dank für interessante Einblicke in das faszinierende Reich
des Dialekts.
Die 1995 gegründete
Simon-Höchheimer-Gesellschaft ist ein Kulturverein, der es
sich zum Ziel gesetzt hat, dass kulturelle Angebot der Gemeinde
Veitshöchheim zu bereichern, das jüdische Museum zu fördern
und einen Beitrag zum Verständnis jüdischer Kultur und
Religion zu leisten. Seitdem haben eine Fülle von Veranstaltungen
die Simon-Höchheimer-Gesellschaft zu einem festen Bestandteil
des kulturellen Lebens in Veitshöchheim und der gesamten Würzburger
Region werden lassen.
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Freitag,
16. Januar 2009
Sitzungssaal
des Veitshöchheimer Rathauses · Eintritt frei!
Vortrag
des Geschäftsführers
der Rückert-Gesellschaft:
Dr.
h. c. Rudolf Kreutner:
Friedrich Rückert - Leben und Werk

Geburtshaus
von Friedrich Rückert in Schweinfurt |
| Friedrich
Rückert, Dichter und Sprachgelehrter (geb. 1788 in Schweinfurt,
gest. 1866 in Neuses bei Coburg), hat ein umfangreiches Werk, darunter
20.000 Gedichte, hinterlassen. Hans Wollschläger (1935–2007) und
Rudolf Kreutner (Jahrgang 1954) ist zu verdanken, dass die historisch-kritische
Edition der Werke Rückerts (Schweinfurter Edition) auf den Weg gebracht
werden konnte, die bis heute auf 11 Bände angewachsen ist und letztlich
48 Bände umfassen wird.
Rückert,
sein hoher Rang als Sprachgelehrter ist bis heute unumstritten,
war von 1826 bis 1841 Professor für Orientalische Philologie an
der Universität Erlangen und anschließend bis 1848 an der Universität
Berlin. Er leistete den wesentlichen Beitrag zur Rezeption orientalischer
Literatur im 19. Jahrhundert, vor allem durch Übersetzungen und
Nachdichtungen aus der arabischen, persischen und Sanskrit-Literatur.
Hohen Bekanntheitsgrad erlangte er durch seine Gedichte wie „Liebesfrühling“
oder die zum Teil von Gustav Mahler vertonten „Kindertodtenlieder“,
in denen Rückert seine Trauer über den Verlust zweier seiner Kinder
zu verarbeiten suchte. |

Rückert-Denkmal
in Schweinfurt |
| Rudolf
Kreutner, Autor zahlreicher Fachbeiträge und -bücher zur Literatur-
und Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts, wurde 2006 für seine
wissenschaftlichen Verdienste von der Philosophischen Fakultät der
Universität Erlangen-Nürnberg mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.
Er wird anhand des Werkes in das Leben und Schaffen von Friedrich
Rückert einführen, den Golo Mann (1909–1994) »einen der liebenswertesten
unter den deutschen Dichtern« nannte. |

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Zäsur bei den Neuwahlen Rudolf
Gabler ist neuer Vorsitzender der Simon-Höchheimer-Gesellschaft
Veitshöchheim
Zur Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen hatte die Simon-Höchheimer-Gesellschaft
(SHG) Veitshöchheim in den Sitzungssaal der Gemeinde geladen.
Der Kulturverein, der den Namen des aus Veitshöchheim stammenden,
jüdischen Aufklärers trägt und sich der Synagoge
und dem Kulturmuseum besonders verschrieben hat, begrüßte
vor kurzem sein 100. Mitglied.
Überschattet wurde die Veranstaltung vom Tod des stellvertretenden
Vorsitzenden Karlheinz Schmeller im Dezember. Seine Ehefrau, die
bisherige Vorsitzende Radegundis Villinger-Schmeller trat nicht
mehr zur Neuwahl an. Sie hatte bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass
sie aus gesundheitlichen Gründen nach 7 Jahren im Amt nicht
mehr zur Verfügung stehe.
„Die Simon-Höchheimer-Gesellschaft (SHG) ist Frau Schmeller
und ihrem Mann zu großem Dank verpflichtet. Wir möchten
die Gesellschaft in ihrem Sinne weiterführen.“ Mit diesen Worten
würdigte die stellvertretende Vorsitzende Dr. Irma Wehgartner
die Verdienste des Ehepaars Schmeller um den Verein.
Auch Bürgermeister Rainer Kinzkofer honorierte das bisherige
Engagement der zwar kleinen, aber feinen Gesellschaft, die nun schon
im 14. Jahr mit Vorträgen, Exkursionen zu Kulturgütern
und ihren Sommerkonzerten in der Landesanstalt das kulturelle Angebot
Veitshöchheims bereichere.
Auf Vorschlag des alten Vorstands erklärte sich Herr Rudolf
Gabler bereit, den Vorsitz des renommierten Vereins zu übernehmen.
Herr Gabler stellte sich kurz vor: er lebt seit über 30 Jahren
in Veitshöchheim, war als Dipl.-Ing. (TU) in verschiedenen
Aufgabenfeldern bei der Stromversorgung der Deutschen Bundesbahn
und der früheren ÜWU-AG tätig, zuletzt als Geschäftsführer
der regionalen Kabelfernsehgesellschaft ÜWU Mediendienste GmbH.
Mit dem Eintritt in den Ruhestand hat er endlich wieder die Möglichkeit,
sich seinen Passionen zu widmen, nämlich der Geschichte und
der klassischen Musik. Die Mitarbeit in einem Verein, der sich dem
Erbe eines bedeutenden jüdischen Aufklärers verschriebenen
hat, sieht er als ideale Gelegenheit an, persönliche Neigungen
und Mitarbeit am Kulturleben Veitshöchheims zu verknüpfen.
Es wird sicherlich schwierig sein, den Maßstäben gerecht
zu werden, die durch die herausragende Arbeit von Frau und Herrn
Schmeller gesetzt sind. Er ist jedoch zuversichtlich, mit der Unterstützung
aller Mitglieder der SHG und insbesondere in Zusammenarbeit mit
der politischen Gemeinde, deren Unterstützung Herr Bürgermeister
Kinzkofer ausdrücklich versicherte, die SHG kontinuierlich
fortentwickeln zu können. Als einen ersten Schritt will er
die Möglichkeiten ausloten, die Synagoge und das angeschlossene
Museum in das Förderprogramm LEADER der LAG „Wein, Wald, Wasser“
mit Sitz in Thüngersheim einzubringen. Die LAG plant derzeit
ein vernetztes Programm „Landjudentum in der Region“, in dem Einzelmaßnahmen
wie die Synagoge in Arnstein und der Judenfriedhof in Himmelstadt
bereits fest eingeplant sind.
Das Ergebnis der Wahlen: Vorsitzender Rudolf Gabler, Stellvertreter
Dr. Irma Wehgartner und Marc Zenner, Schatzmeister Dieter Scheckeler,
Schriftführerin Marianne Beinhofer, Beiratsmitglieder Bettina
Baier und Dr. Wildmeister.
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Der
neue Vorstand der Simon-Höchheimer-Gesellschaft Veitshöchheim:
Stellvertretender Vorsitzender Marc Zenner (v.l.), die Referentinnen
Dr. Monika Wildmeister und Bettina Beier, die stellvertretende Vorsitzende
Dr. Irma Wehgartner, der Vorsitzende des Vereins Rudolf Gabler, die
Schriftführerin Marianne Beinhofer und Schatzmeister Dieter Scheckeler.
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