Veranstaltungen 2007

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Vortrag
6. März 2007

Vortrag

von 

Prof. Dr. Ulrich Sinn:

Das Kolosseum in Rom 
- der wechselvolle Weg von der Gladiatorenarena zur christlichen Märtyrerstätte

 

Getreu dem Leitsatz „panem et circenses – Brot und Spiele“ nutzten die römischen Kaiser das 80 n. Chr. eingeweihte Kolosseum bis in die Spätantike hinein. Als sich im Mittelalter der Konflikt zwischen Papst und Kaiser zuspitzte, geriet auch dieses gewaltige Amphitheater zwischen die Fronten: Der republikanische Senat erblickte in dem imposanten Bau ein Sinnbild der einstigen Größe Roms; der Kirchenstaat tat alles, um die Arena in Verruf zu bringen, verbreitete Nachrichten über hier einst vollzogene heidnische Rituale.

Der Vortrag von Professor Ulrich Sinn beschrieb die Entwicklung, die es ermöglichte, dass wir heute das Kolosseum als ein Musterbeispiel römischer Baukunst bewundern können, ohne dass die hier jährlich vom Papst angeführte Karfreitagsprozession  als Fremdkörper empfunden wird.


Exkursion

21. April 2007

 


Exkursion nach Aschaffenburg zum Besuch der Ausstellung

 

„Cranach im Exil“

Zahlreiche Werke von Lucas Cranach d. Ä. (1472–1553) und seiner Werkstatt waren an drei Orten zu sehen:

Kunsthalle Jesuitenkirche: Cranach im Exil

Als Kardinal Albrecht von Brandenburg 1540 Halle wegen der Reformation verlassen musste, ließ er einen Großteil des Kunstschatzes in der Stiftskirche in Halle nach Aschaffenburg bringen. Darunter der Magdalenen-Altar, ein Höhepunkt der Sammlung. Über 200 Jahre war er an verschiedenen Orten verstreut, bis er nun wieder zusammengeführt werden konnte.

 

Schloss Johannisburg: Cranach im Dialog

Die spannende Zeit der Auseinandersetzungen zwischen Katholizismus und Protestantismus im 16. Jahrhundert wurde in der Ausstellung über die Bilder Cranachs, die Lutherschriften und Bibeldrucke illustriert und zugleich der Unternehmer Cranach vorgestellt.

 

Stift St. Peter und Alexander: Albrecht im Exil

In der Stiftskirche haben sich viele Zeugnisse von Albrecht von Brandenburg erhalten: kostbare Reliquiare, Goldschmiedarbeiten, prachtvoll illuminierte Handschriften und herrliche Gemälde. Eine besondere Rolle kommt in Aschaffenburg dabei Matthias Grünewald zu. Von allen Werken, die er für Aschaffenburg geschaffen hat, ist heute noch die Beweinung Christi erhalten, sein wohl expressivstes und eigenwilligstes Werk.

Auf den Spuren Cranachs durchs mittelalterliche Aschaffenburg wandelten Freunde und Mitglieder der Simon-Höchheimer-Gesellschaft bei ihrem Besuch der Ausstellung „Cranach im Exil“.


Führung

14. Juni 2007

 


Führung durch Shalom Europa

mit 

Prof. Dr. Dr. Karlheinz Müller

  

 

Das Depot dieser aus der Zeit zwischen 1148 und 1346 stammenden Steine stellt die weltweit größte Hinterlassenschaft aus einem mittelalterlichen Judenfriedhof dar. Sie sind – in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Ausstellungsräumen und direkt unter dem Innenhof des Gebäudekomplexes untergebracht – buchstäblich und symbolisch das Fundament, auf dem die Jüdische Gemeinde ihr neues Zentrum errichtet hat.

Den Abschluss der Führung bildete eine Besichtigung der Synagoge.

 

Unser Mitglied Prof. Dr. Dr. Karlheinz Müller führte durch das im Herbst letzten Jahres eingeweihte jüdische Kulturzentrum.

Das Museum hat sich zum Ziel gesetzt, traditionelles jüdisches Leben darzustellen. Das reicht vom Toraschreiber über die schriftliche und mündliche Tora, Leben und Feste bis zur Schoah.

Ein wichtiger Angelpunkt sind die 1987 gefundenen jüdischen Grabsteine aus der Pleich. Professor Müller hat ihre einmalige religiöse und kulturelle Bedeutung erforscht.

 

 


Konzert

6. Juli 2007

 


In Zusammenarbeit mit dem Verband ehemaliger Veitshöchheimer e. V. im vollbesetzten
 
Sebastian-Englerth-Saales der Bay. Landesanstalt für Wein- u. Gartenbau Veitshöchheim:

 

10. Veitshöchheimer Sommerkonzert 

mit dem

»Vierfarben Saxophon« Quartett

 

Teufelshorn mal anders
Das Frankfurter Saxophonquartett „Vierfarben Saxophon“ – Susanne Riedl am Tenorsaxophon, Jürgen Faas am Baritonsaxophon, Bastian Fiebig am Altsaxophon und Stephan Weilmünster am Sopransaxophon – nahm die begeisterten Zuhörer mit auf eine Reise in die Kunst des „Teufelshorns“. Nicht das Übliche, also vorwiegend Jazz, kredenzten die Musiker, sondern Stücke von Mozart über Bach, Neue Musik von Bozza bis hin zu einem Altdeutschen Tanz. Zweifelsohne ein Highlight des vergnüglichen Abends war neben den Umsetzungen der Kleinen Nachtmusik und Zauberflöte von Mozart, die Uraufführung von „Moto Perpetuo“ des niederländischen Komponisten Jaap Geraedts.
Garniert wurden die einzelnen Werke mit Geschichten und Geschichtchen rund um das beliebte Instrument. Bevor die Gruppe das verzauberte Publikum mit Brahms Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“ entließ, durften sich die Zuhörer an die Strände Südafrikas mit der „Tekweni-Suite“ von Isak Roux träumen.
Die Vorsitzende der Simon-Höchheimer-Gesellschaft, Radegundis Villinger-Schmeller, dankte den Musikern für anregende und bisweilen aufregende Klänge, kurzum deren Interpretation von Saxophon mal anders.

Das »Vierfarben Saxophon« Quartett
mit Marianne Beinhofer (links) und Radegundis Villinger-Schmeller vom Vorstand der SHG


Autorenvortrag

23. Oktober 2007

 


Autorenvortrag

Dr. Hans Steidle zu seinem Buch 

»Der Dichter und seine Vaterstadt – Leonhard Frank 1882–1932«

 

Der 125. Geburtstag des Dichters Leonhard Frank und die Veröffentlichung des Buches „Der Dichter und seine Vaterstadt – Leonhard Frank 1882–1932“ waren Anlass, den Autor und Würzburger Historiker Dr. Hans Steidle zu Wort kommen zu lassen. Bis auf  den letzten Platz war der Seminarraum des Jüdischen Kulturmuseums Veitshöchheim besetzt.
Leonhard Frank entstammte dem Milieu der Unterschicht, seine Kindheit und Jugend war geprägt von sozialer Kälte und Distanz. Sein inniges Verhältnis zur Mutter Marie schlug sich in zahlreichen Romanen nieder, darunter die berühmtesten: die „Räuberbande“, das „Ochsenfurter Männerquartett“ oder sein Lebensroman „Links wo das Herz ist“. Der selbsternannte Gefühlssozialist lernte ursprünglich in Würzburg Fahrradmechaniker, ehe er in München und Berlin Anschluss an die Bohème und damit in sein Künstlerleben fand. Nach dem erzwungenen Exil in Zürich, Frankreich und den USA kehrte er 1950 nach München zurück und besuchte bis zu seinem Tod im Jahr 1961 noch mehrmals sein Würzburg.
Besonderes Augenmerk legte Dr. Steidle in seinem Vortrag auf die biographischen und literarischen Bezüge Franks zu seiner Heimatstadt. In 25 Jahren zog Frank 13 Mal innerhalb der Stadtgrenzen um. Dr. Steidle nahm die gebannten Zuhörer mit auf eine Reise durchs längst untergegangene Würzburg, mit seinen Gassen und Spelunken im Meeviertel, vorbei an den Handwerkern des Peterviertels und zum prügelnden Lehrer Dürr aus der Grundschule in der Münzstrasse. Amüsant, melancholisch und manchmal aufrüttelnd weckte Dr. Steidle bei den Zuhörern wieder Interesse an einem Autor, der einstmals einer der erfolgreichsten seiner Zeit war.

 


Führung

12. Dezember 2007

 


Führung mit den Konservatoren

Dr. Irma Wehgartner und Dr. Tilman Kossatz

durch die Sonderausstellung des Martin-von-Wagner-Museums:

 

Künstler, Sammler und Mäzen –
Johann Martin von Wagner
Zur 150-Jahrfeier seiner Schenkung an die Universität Würzburg

Der 1777 in Würzburg geborene Johann Martin von Wagner, Sohn des fürstbischöflichen Hofbildhauers Peter Wagner, war Bildhauer, Maler, Archäologe und Kunstberater des bayerischen Königs, Ludwigs I. Von 1810 bis zu seinem Tode 1858 lebte er in Rom. Er war für Ludwig »die graue Eminenz« in allen Kunstfragen. Deshalb kennt man ihn heute mehr als Kunstagent Ludwigs als durch sein bildhauerisches Werk.

Vor 150 Jahren hatte Wagner mit der am 7. Dezember 1857 ausgefertigten Schenkungsurkunde seinen gesamten Besitz der Universität Würzburg vermacht. Die Sonderausstellung würdigte den Mäzen, indem sie ihn als Künstler porträtierte und seine Intentionen als Sammler  aufzeigte, denn als überzeugter Klassizist verschloss sich Martin von Wagner konsequent gegenüber der in seiner Zeit aufkeimenden Kunst der Romantik: 
Seine aus dieser Haltung heraus gewachsene Sammlung italienischer Zeichnungen erweist sich als eine wahre Fundgrube hochkarätiger Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts. Den Anspruch, in der Kunst der Antike die stilbildende Grundlage für jegliche Kunstausübung zu sehen, erhebt auch sein privater Antikenbesitz, der den Charakter einer vielfältig inspirierenden Studiensarnrnlung hat.