Veranstaltungen 2006

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Vortrag
5. April 2006

        "Wo der Apfel 
               zum Appel wird ..."

 

Frau Dr. Monika Fritz-Scheuplein,

wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Philologie in Würzburg, hielt einen Vortrag zum 
»Sprachatlas von Unterfranken«
:


Quer durch den Spessart und den Regierungsbezirk Unterfranken zieht sich eine Sprachlinie, die das Mitteldeutsche in Rheinhessen vom Oberdeutschen in Franken trennt. Das unterfränkische Dialektinstitut an der Universität Würzburg hat einen Sprachatlas erstellt, in dem u. a. diese Sprachgrenze dargestellt, durch Karten versinnbildlicht und an Beispielen erläutert wir
d. 

Frau Dr. Fritz-Scheuplein erläuterte die Arbeit am Sprachatlas von Unterfranken und stellte anhand von Kartenbeispielen die Dialekte in Unterfranken vor.
In 182 unterfränkischen Ortschaften wurden bei älteren Ortsbewohnern Dialektbefragungen durchgeführt und auf Tonband aufgezeichnet. Die erhobenen Sprachbelege entstammen inhaltlich vorwiegend der bäuerlichen und handwerklichen Arbeits- und Lebenswelt der Region bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Das Forschungsprojekt „Sprachatlas von Unterfranken“ bewahrt somit das kulturelle Erbe unserer unterfränkischen Heimat.

 

 


Exkursion
6. Mai 2006


Exkursion nach Ansbach

 

Auf dem Programm stand die Führung durch die Markgräfliche Residenz in Ansbach, die nach einer langen und wechselvollen Geschichte unter dem Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich (1729–1757) ihre endgültige Form im Stil des »Ansbacher Rokoko« erhielt.

 

Anschließend stellte die Kunsthistorikerin Barbara Dienst die im Gotischen Saal aufgestellte Sammlung "Ansbacher Fayencen und Porzellane" vor und erläuterte deren geschichtlichen Hintergründe.

Am Nachmittag wurden bei einem Gang durch die Stadt mit Herrn Biernoth, Stadtführer in Ansbach, die Gumbertuskirche als Beispiel einer protestantischen Predigerkirche und die 1746 vom Hofbaumeister Retty erbaute jüdische Synagoge vorgestellt.


Führung
24. Juni 2006

 


 

Führung durch das 

Veitshöchheimer Sommerschloss 

 

 

mit dem Leiter

der

Schlösserverwaltung Würzburg

Gerhard Weiler

Das 1680 bis 1682 erbaute Sommerschloss der Würzburger Fürstbischöfe wurde 1753 durch Balthasar Neumann vergrößert. 1806 bis 1814 war das Schloss Sommersitz von Großherzog Ferdinand von Toskana und ab 1814 der bayerischen Krone.
Im Inneren des von 2001 bis 2005 aufwändig restaurierten Schlosses sind neben Stuckaturen von Antonio Bossi die Räume des Großherzogs Ferdinand von Toskana mit ihren seltenen Papiertapeten besonders sehenswert.

Herr Gerhard Weiler berichtete in seiner Führung über Konzeption und Durchführung der Restaurierungsmaßnahmen.


Konzert
14.Juli 2006

 


9. Sommerkonzert

in Zusammenarbeit mit dem Verband ehemaliger Veitshöchheimer e.V. im

Sebastian-Englerth-Saal

der Bayer. Landesanstalt für Wein- u. Gartenbau Veitshöchheim

 

Melodram vom

Traum der ewigen Liebe

Richard Wagner & 
Mathilde Wesendonck

 

Musikalisch szenische Lesung 

mit

Veronika Diefenbacher  Sopran

Christoph von Weitzel  Bariton

Hugo Scholter  Sprecher

Denette Whitter  Klavier

 

Zentrale Handlung des Abends war die Beziehung Richard Wagners zu Mathilde Wesendonck. Dieser Liebe verdankt die Nachwelt den Tristan, große Teile des Rings, die Konzeption der Meistersinger und die an diesem Abend zu hörenden Wesendonck-Lieder.
Nur mit Originaltext aus den Tagebuchblättern und Briefen Richards und Mathildes und Ausschnitten aus Wagners Werk, von der Ahnung der sich anbahnenden Liebe, über das Leben dieser Liebe bis zum vorläufigen Abschiednehmen voneinander, wurde diese einzigartige Verbindung lebendig.

Grundthemen des Dialoges zwischen Richard Wagner und Mathilde Wesendonck, der durch Auszüge aus den Opern Tannhäuser, Der fliegende Holländer, Walküre und Klavierstücken ergänzt wurde, waren die Liebe, die Kunst und deren Erschaffung, die Wahrhaftigkeit, der Kampf mit dem Unbewussten und die Macht.

Von links nach rechts:
Denette Whitter, Vorsitzende Radegundis Villinger-Schmeller, Hugo Scholter, Veronika Diefenbacher, Christoph von Weitzel

 

 


 

Juli 2006

 


 

 


Eine Straße für 
Simon Höchheimer

Auf Antrag der Simon-Höchheimer-Gesellschaft benannte der Gemeinderat von Veitshöchheim die Stichstraße von der Thüngersheimer Straße zur Mühlgasse, von der man Einblick in den Hof der Synagoge hat, nach Simon Höchheimer.

„Veitshöchheim hat nicht viele Persönlichkeiten hervorgebracht, die überregional eine solche Bedeutung erlangt haben wie Simon Höchheimer“, sagte Bürgermeister Rainer Kinzkofer. Zusammen mit der Vorsitzenden Radegundis Villinger-Schmeller und deren Schriftführerin Almud Timinger brachte er an der Synagoge das Straßenschild an.

 

Vortrag
25. Sept. 2006

 


 

 

Felix Fechenbach

- ein unterfränkischer Kämpfer 
für Freiheit und Demokratie

Vortrag von Dr. Roland Flade

Historiker und Redakteur der Würzburger Main-Post

 

Wie kaum ein anderer ist der 1894 in Bad Mergentheim geborene und in Würzburg aufgewachsene Felix Fechenbach in die Geschichte der Weimarer Republik verwoben. Als enger Mitarbeiter des späteren SPD-Ministerpräsidenten Kurt Eisner rief er im November 1918 in München die Revolution aus. Als Journalist veröffentlichte er Dokumente zur Entstehung des Ersten Weltkriegs und wurde dafür 1922 in einem Schauprozess von der bayerischen Justiz zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Vorzeitig entlassen, ging er als Journalist nach Berlin und trat 1929 eine Stelle als Redakteur beim Detmolder Volksblatt an. Durch mit spitzer Feder geschriebene Zeitungsartikel und als Parteiredner zog er sich den Hass der regionalen NSDAP zu. Kurz nach Hitlers Machtübernahme wurde er in „Schutzhaft“ genommen und als eines der ersten Opfer des Nazi-Regimes am 7. August 1933 bei einem angeblichen "Fluchtversuch" ermordet.


Vortrag
30. Oktober 2006

 


 

Wolfgang Amadé Mozart
als Leser

Vortrag mit Musikbeispielen
von
Prof. Dr. Ulrich Konrad

Foto Uni Würzburg

Professor Dr. Ulrich Konrad, Ordinarius für Musikwissenschaft an die Universität Würzburg und international anerkannter Experte in Sachen Mozart, hat zahlreiche Publikationen zur Musikgeschichte vorgelegt. Für seine Arbeiten erhielt er mehrere Auszeichnungen, so 1993 den Hermann-Albert-Preis der Gesellschaft für Musikforschung, 1996 die Dent Medal der Royal Musical Association London, 1999 die Silberne Mozart-Medaille der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg, 2001 den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und in den Jahren 1998, 2002 und 2006 jeweils den Musikeditionspreis des Deutschen Musikverleger-Verbandes.

In seinem Vortrag legte Professor Konrad dar, dass Mozart ein Leser war, denn von Jugend an ist er mit Büchern umgegangen, war er Gast in literarischen Salons und vertraut mit aktuellen literarischen Strömungen. Gelegentlich berichtet Mozart in Briefen über seine Lektüre, und in seinem Nachlass befand sich eine durchaus ansehnliche Büchersammlung. Aus Mozarts Bücherkenntnis erfährt man mehr über seine geistige Persönlichkeit.


Führung
24. November 2006

 


Führung durch die Sonderausstellung
des Martin-von-Wagner-Museums Würzburg

Die Etrusker
Jenseitsvorstellungen und Ahnenkult

mit

Dr. Irma Wehgartner,
Konservatorin des Martin-von-Wagner-Museums und stellvertretende Vorsitzende der Simon-Höchheimer-Gesellschaft

Die Etrusker, die vom 8. bis 1. Jh. v. Chr. große Teile Mittelitaliens beherrschten, haben uns zahlreiche Denkmäler mit religiösem Bezug hinterlassen. Sie geben ein anschauliches Bild der etruskischen Vorstellungen vom Jenseits und der von Dämonen begleiteten Reise in die Unterwelt sowie der besonderen Form des etruskischen Ahnenkultes. Die Ausstellung zeigte dazu viele Originalfunde wie Aschenurnen, Waffen, Gefäße und Schmuck, größtenteils Leihgaben anderer Museen, Modelle und Rekonstruktionen von Grabanlagen sowie eine begehbare Nachbildung der Hauptkammer der Tomba François in Vulci, des berühmtesten Grabes des 4. Jhs. v. Chr., mit einzigartigen Wandmalereien.

Nach dem Besuch der Ausstellung traf man sich zu angeregten Gesprächen in den Residenzgaststätten.